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Sternenhimmel im September (06.09.2022)
Unübersehbar steht Jupiter zurzeit als hellstes Objekt abends nach 21 Uhr im Osten unterhalb des Herbstvierecks des Sternbildes Pegasus. Er ist der größte Planet in unserem Sonnensystem (Durchmesser 143000 km oder 11 Erddurchmesser) und auch mit 318 Erdmassen der massereichste. Auch mit 63 Monden hält er einen Rekord. Die vier hellsten und größten Monde Io, Europa, Ganymed und Callisto hat schon Galilei beobachtet, man kann sie sogar in einem Fernglas erkennen. In 12 Jahren umkreist Jupiter unsere Sonne in einem mittleren Abstand von 778 Millionen km.

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Sternenhimmel August 2022 (02.08.2022)
Für das bloße Auge bietet der Sternenhimmel Anfang August eigentlich ein grandioses Schauspiel, man kann den stärksten Sternschnuppenstrom des Jahres beobachten. Die Sternschnuppen scheinen alle aus einem Punkt (Radiant genannt) in der Nähe des Sternbildes Perseus zu kommen, deswegen spricht man von den Perseiden.

Sternschnuppen sind die Leuchtspuren von winzigen, weniger als 1 cm großen, Staubteilchen aus unserem Planetensystem, die in großer Höhe in der Lufthülle der Erde verglühen. Das Nachleuchten der Luft sehen wir dann als „Stern“schnuppe. Pro Tag wächst die Masse der Erde um viele Tonnen, da ständig ein Staubregen aus dem Kosmos durch die Atmosphäre nach unten fällt. Die besonders zahlreichen, sehr kleinen Staubkörner (Mikrometeorite) erreichen ohne Leuchtspur den Erdboden, sie bilden auch einen Teil des Tiefseeschlamms.

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Sternenhimmel im Juli 2022 (04.07.2022)
Jetzt im Juli noch bis in den August hinein sieht man sehr oft abends mit fortschreitender Dämmerung am Nordhimmel weißlich leuchtende filigrane Wolken. Es sind die leuchtenden Nachtwolken, LNC (Luminous Night Clouds) abgekürzt. Um sie zu sehen, muss der Himmel erst einmal nahezu wolkenfrei sein. Dann sollte die Sonne schon einige Zeit untergegangen sein, aber noch nicht zu tief unter dem Horizont stehen. Der Horizont sollte eher noch hell erleuchtet sein.

Die LNC können von Nordwesten bis Nordosten in Horizontabständen bis zu 40 Grad auftreten. Wenn es dunkler wird, die Sonne also noch weiter unter dem Horizont steht, ziehen sich die Wolken scheinbar Richtung Horizont zurück und verschwinden dann. Was passiert da? Normale Wolken reichen maximal bis zu Höhen von 15 km. LNC stehen in Höhen von 85 km. Dort werden sie noch von der Sonne angeleuchtet, während es am Boden schon langsam dunkel wird.

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Sternenhimmel im Juni 2022 (03.06.2022)
Erst sehr spät am Abend wird es dunkel, am 21. Juni haben wir die kürzeste Nacht des Jahres. Blicken wir Mitte Juni gegen 23.00 Uhr nach Süden so sehen wir dicht über dem Horizont den Stern Antares im Sternbild Skorpion. Dieser 600 Lichtjahre entfernte Riesenstern hat einen Durchmesser von 1,1 Milliarden km, stände er an der Stelle der Sonne würde er bis zum Planetoidengürtel, also weit hinter die Marsbahn, reichen. Rechts oberhalb von Antares steht Spica im Sternbild der Jungfrau. Über Spica leuchtet der rötliche Riesenstern Arkturus im Bootes, rechts oberhalb steht der Große Wagen, dessen Deichselbogen auf Arkturus zeigt. Dicht am Westhorizont sehen wir Regulus im Löwen.

Spica besteht aus zwei, von uns 260 Lichtjahre entfernten, Sonnen, die sich auf einer engen Bahn in 4 Tagen umkreisen und sich dabei, kaum wahrnehmbar für uns, gegenseitig bedecken. Der Durchmesser der helleren Sonne ist achtmal größer als der unserer Sonne, ihre Masse beträgt 11 Sonnenmassen. Dieser Stern wird einmal als Supernova explodieren und zu einem 10 km großen Neutronenstern schrumpfen. Der zweite Stern ist etwas kleiner und masseärmer und wird vermutlich wie die Sonne zu einem Kohlenstoff-Sauerstoff-Stern (Weißer Zwerg) auf Erdgröße schrumpfen.

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Sternenhimmel im Mai 2022 (02.05.2022)
In den frühen Morgenstunden des Montags, 16.5. kann man nach langer Zeit mal wieder wenigstens einen Teil einer totalen Mondfinsternis sehen. Der Vollmond steht dieses Mal so präzise der Sonne gegenüber, dass er in den Schatten der Erde eingetaucht ist. Das rote Licht, das den Mond noch erreicht, ist Sonnenlicht, das durch die Lufthülle der Erde in den Schatten gelangt. Da das blaue Licht von unserer Luft aus den Sonnenstrahlen herausgestreut wird (deswegen haben wir blauen Himmel), kommt nur das rote Licht zum Mond durch. Aus dem gleichen Grund ist auch die am Horizont stehende Sonne beim Auf- oder Untergang oft rot verfärbt.

Leider sind die Beobachtungsbedingungen nicht sehr gut: Gegen 3.30 Uhr taucht der Mond, im Westen stehend, in den Halbschatten der Erde ein. Dabei wird er langsam immer dunkler, bis um 4.28 Uhr der Mond von rechts oben kommend den Kernschatten der Erde erreicht. Wir sehen also den linken unteren Teil des Mondes immer dunkler werden. Leider ist dies etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang und damit auch vor Monduntergang

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Sternenhimmel im April 2022 (03.04.2022)
Wenn man nach Einsetzen der Dunkelheit Richtung Westen sieht, dann kann man die untergehenden Wintersternbilder noch dicht am Horizont sehen: Der Himmelsjäger Orion mit seinen drei markanten Gürtelsternen steht unmittelbar am Horizont, rechts neben ihm, fast genau im Westen, sieht man den rötlich leuchtenden Riesenstern Aldebaran im Stier.

Weit über uns steht das bekannte Sternbild Großer Wagen. Es fällt durch den charakteristischen Wagenkasten auf, an den die Deichsel, ein flaches Sternendreieck, anschließt. Wir würden eher heute von einer Handkarre sprechen, andere Kulturen bezeichnen das Sternbild als Große Schöpfkelle. Der Große Wagen ist eigentlich nur ein Teil des Sternbildes Großer Bär, das aber wegen der lichtschwachen Sterne nicht so auffällig ist. Neben dem mittleren Deichselstern Mizar sieht man, wenn man gute Augen hat, einen lichtschwachen Stern, Alkor, der zufälligerweise in der gleichen Blickrichtung steht. Man nennt ihn auch den Augenprüfer, eben weil er so schwer zu erkennen ist. Mit Hilfe des Wagenkastens kann man auch die Nordrichtung und damit den Polarstern finden

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Sternenhimmel im März 2022 (02.03.2022)
Auch am abendlichen Sternenhimmel vollzieht sich im März der Wechsel der Jahreszeiten: Noch sieht man nach Sonnenuntergang den hellen Winterstern Sirius im Süden, rechts von ihm, also westlich, prägen die anderen Wintersternbilder den Anblick des Himmels: das Sternbild Orion mit dem Schulterstern Beteigeuze, dem rechten Fußstern Rigel und den markanten drei Gürtelsternen dazwischen. Westlich davon steht der rötlich leuchtende Aldebaran im Stier. Oberhalb vom Stier steht das Fünfeck des Fuhrmanns mit dem hellen Stern Capella.

Der Osthimmel aber wird nun abends von den Frühlingssternbildern geprägt: Beginnen wir unsere Reise unter dem Frühlingshimmel mit dem Sternbild Großer Wagen, das jetzt am
Frühlingsanfang hoch im Osten steht. Es fällt durch den charakteristischen Wagenkasten auf, an den die Deichsel, ein flaches Sternendreieck, anschließt. Der Große Wagen ist eigentlich nur ein Teil des Sternbildes Großer Bär, das aber wegen der lichtschwachen Sterne nicht so auffällig ist.

Mit Hilfe des Wagenkastens kann man die Nordrichtung und damit den Polarstern finden: Dazu verlängert man die Verbindungslinie der hinteren beiden Kastensterne etwa um das Fünffache nach oben, dann trifft man auf den am Ende der Deichsel des Kleinen Wagens stehenden Polarstern. Unter ihm ist dann der Nordpunkt des Horizontes. Verlängert man die Verbindungslinie der hinteren beiden Kastensterne des Großen Wagens dagegen nach unten, so zeigt sie auf den 78 Lichtjahre entfernten hellsten Stern im Sternbild Löwe, den Regulus.

Zwei weitere Frühlingssternbilder findet man mit Hilfe der Deichsel des Großen Wagens.

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Sternenhimmel im Februar 2022 (02.02.2022)
Das ganze zweite Halbjahr 2021 hindurch war Venus Abendstern. Aber wenig beeindruckend stand sie tief am Westhorizont und war nur kurz während der Dämmerung zu sehen. Nun ist sie an der Sonne vorbeigezogen und steht nun rechts von ihr. Dadurch geht sie morgens vor der Sonne auf und ist somit ein heller Morgenstern.
Im Februar steht sie auch deutlich über der Sonne, d.h. wir können sie wirklich gut morgens im SO schon ab 5.45 Uhr sehen. Bis zum Ende der Dämmerung gegen 7.30 Uhr steht sie hell leuchtend immer höher am Himmel. Auf dem Weg zur Schule oder zur Arbeit ein wirklich prachtvoller Anblick!
Nach 6.30 Uhr taucht rechts unterhalb der Venus der Mars und ab 6.50 Uhr links unterhalb der Merkur auf. Diese beiden Planeten sind aber, da sie deutlich lichtschwächer als Venus sind, nur bis etwas 7.10 Uhr gut auszumachen. Am 10.2. hat Venus ihre größte Helligkeit erreicht. Sie ist dann nach Sonne und Mond das hellste Objekt am Himmel.

Woran liegt das?

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Sternenhimmel im Januar 2022 (03.01.2022)
Mit etwas Glück kann man Anfang Januar ein seltenes Himmelsschauspiel in der Abenddämmerung bewundern: Am 7.1. sieht man zwischen 17 Uhr und 17.30 Uhr zwischen Süden und Südwesten eine Reihe aus drei Planeten: Jupiter, Saturn und, sehr selten zu sehen, Merkur. In diese Reihe gesellt sich die schmale Sichel des zunehmenden Mondes, während die dunkle Mondscheibe durch das Erdlicht schwach erleuchtet wird. Zwischen Mond und Jupiter, auf der Höhe von Merkur, sieht man einen hellen, in Kassel ebenfalls selten sichtbaren Stern: Es ist Fomalhaut, der hellste Stern im Sternbild südliche Fische. Fomalhaut ist ein sehr junger Stern, etwa doppelt so groß und schwer wie unsere Sonne. Seine Entfernung liegt bei 25 Lichtjahren. 2004 fotografierten die Mikrowellenteleskope von ALMA in Chile eine Wärmequelle, die Fomalhaut umkreist. Das galt als eines der ersten Bilder eines Exoplaneten. 2014 war das Objekt verschwunden. Vermutlich hatten die Teleskope die Wärmestrahlung eines riesigen Schutthaufens aus Geröll und Staub registriert, der sich inzwischen aufgelöst hat. So kann man sich täuschen.

Im Januar wird der Sternenhimmel im Südosten durch die markanten Wintersternbilder geprägt. Am bekanntesten ist der Orion, der Himmelsjäger. Vier Sterne bilden den Körper des Jägers, Rigel steht am rechten Fuß und Beteigeuze ist der linke obere Schulterstern. Beides sind Riesensterne, der Radius von Beteigeuze (Entfernung 530 Lichtjahre) liegt bei 500 Millionen km, das ganze innere Planetensystem hätte in ihr Platz. Rigel ist da bescheidener, er hat gerade 10% des Durchmessers von Beteigeuze, er würde aber immerhin noch an die Bahn des Planeten Merkur reichen.

Auffällig sind die drei Gürtelsterne des Orion, deren Verbindungslinie nach links unten auf den hellsten Stern des Sternenhimmels, den Sirius im Sternbild „Großer Hund“, zeigt. Unterhalb der Gürtelsterne bilden lichtschwache Sterne und ein wolkenartiges Gebilde das Schwertgehänge des Himmelsjägers.

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Sternenhimmel Dezember (01.12.2021)
Während im Südwesten sich die beiden Gasplaneten Jupiter (der hellere) und Saturn verabschieden und der zunehmende Mond auftaucht, gehen im Osten die Wintersternbilder auf. Fast im Norden erhebt sich der Große Wagen, der Teil des Sternbildes Großer Bär ist, mit seinen drei Deichselsternen und dem Kasten aus seiner tiefsten Position am Himmel nach oben. Rechts vom Großen Wagen, weit im Osten, geht gerade das Sternbild Orion auf. Markant sind die drei Gürtelsterne (unter denen ein riesiges Sternentstehungsgebiet, der Orionnebel, liegt) und der linke obere Schulterstern Beteigeuze. Rigel, am Fuß des Orion,steht dicht am Horizont, er wird ein bis zwei Stunden später besser zu sehen sein.

Über dem Orion steht der rötlich leuchtende alte Riesenstern Aldebaran im Stier, umgebenvom Sternhaufen der Hyaden. Etwas weiter über ihm stehen die Plejaden, das Siebengestirn. Es sind die jüngsten Sterne, die man mit dem freien Auge sehen kann. darüber. Zwischen Großem Wagen und Orion stehen die beiden hellsten Sterne des Sternbildes Zwillinge, Castor und Pollux, übereinander. Zwischen Stier und den Zwillingen steht das Sternbild Fuhrmann mit dem hellsten Stern Kapella.
Stier, Zwillinge und Orion gehören zu den Wintersternbildern, die man zuerst in der kalten Jahreszeit abends am Himmel sieht. Der Große Wagen dagegen steht so dicht am Polarstern, dass er von Kassel aus immer zu sehen ist, er geht nie auf oder unter. Zurzeit können wir ihn abends kurz nach seiner tiefsten Stellung am Himmel beobachten.

Gerade wenn man jetzt die hellen Sterne Kapella, Beteigeuze oder Aldebaran recht dicht am Horizont sieht, fällt das stetige Flackern der Sterne auf. Es entsteht in unserer Lufthülle, die ständig in Bewegung ist und unterschiedlich dichte und warme Bereiche hat, die vom Sternenlicht durchlaufen werden. Das Flackern ist also eine Folge der Lichtbrechung in der Lufthülle, die auch zu Farberscheinungen führt.

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