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Sternenhimmel im Mai 2022 (02.05.2022)
In den frühen Morgenstunden des Montags, 16.5. kann man nach langer Zeit mal wieder wenigstens einen Teil einer totalen Mondfinsternis sehen. Der Vollmond steht dieses Mal so präzise der Sonne gegenüber, dass er in den Schatten der Erde eingetaucht ist. Das rote Licht, das den Mond noch erreicht, ist Sonnenlicht, das durch die Lufthülle der Erde in den Schatten gelangt. Da das blaue Licht von unserer Luft aus den Sonnenstrahlen herausgestreut wird (deswegen haben wir blauen Himmel), kommt nur das rote Licht zum Mond durch. Aus dem gleichen Grund ist auch die am Horizont stehende Sonne beim Auf- oder Untergang oft rot verfärbt.

Leider sind die Beobachtungsbedingungen nicht sehr gut: Gegen 3.30 Uhr taucht der Mond, im Westen stehend, in den Halbschatten der Erde ein. Dabei wird er langsam immer dunkler, bis um 4.28 Uhr der Mond von rechts oben kommend den Kernschatten der Erde erreicht. Wir sehen also den linken unteren Teil des Mondes immer dunkler werden. Leider ist dies etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang und damit auch vor Monduntergang

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Sternenhimmel im April 2022 (03.04.2022)
Wenn man nach Einsetzen der Dunkelheit Richtung Westen sieht, dann kann man die untergehenden Wintersternbilder noch dicht am Horizont sehen: Der Himmelsjäger Orion mit seinen drei markanten Gürtelsternen steht unmittelbar am Horizont, rechts neben ihm, fast genau im Westen, sieht man den rötlich leuchtenden Riesenstern Aldebaran im Stier.

Weit über uns steht das bekannte Sternbild Großer Wagen. Es fällt durch den charakteristischen Wagenkasten auf, an den die Deichsel, ein flaches Sternendreieck, anschließt. Wir würden eher heute von einer Handkarre sprechen, andere Kulturen bezeichnen das Sternbild als Große Schöpfkelle. Der Große Wagen ist eigentlich nur ein Teil des Sternbildes Großer Bär, das aber wegen der lichtschwachen Sterne nicht so auffällig ist. Neben dem mittleren Deichselstern Mizar sieht man, wenn man gute Augen hat, einen lichtschwachen Stern, Alkor, der zufälligerweise in der gleichen Blickrichtung steht. Man nennt ihn auch den Augenprüfer, eben weil er so schwer zu erkennen ist. Mit Hilfe des Wagenkastens kann man auch die Nordrichtung und damit den Polarstern finden

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Sternenhimmel im März 2022 (02.03.2022)
Auch am abendlichen Sternenhimmel vollzieht sich im März der Wechsel der Jahreszeiten: Noch sieht man nach Sonnenuntergang den hellen Winterstern Sirius im Süden, rechts von ihm, also westlich, prägen die anderen Wintersternbilder den Anblick des Himmels: das Sternbild Orion mit dem Schulterstern Beteigeuze, dem rechten Fußstern Rigel und den markanten drei Gürtelsternen dazwischen. Westlich davon steht der rötlich leuchtende Aldebaran im Stier. Oberhalb vom Stier steht das Fünfeck des Fuhrmanns mit dem hellen Stern Capella.

Der Osthimmel aber wird nun abends von den Frühlingssternbildern geprägt: Beginnen wir unsere Reise unter dem Frühlingshimmel mit dem Sternbild Großer Wagen, das jetzt am
Frühlingsanfang hoch im Osten steht. Es fällt durch den charakteristischen Wagenkasten auf, an den die Deichsel, ein flaches Sternendreieck, anschließt. Der Große Wagen ist eigentlich nur ein Teil des Sternbildes Großer Bär, das aber wegen der lichtschwachen Sterne nicht so auffällig ist.

Mit Hilfe des Wagenkastens kann man die Nordrichtung und damit den Polarstern finden: Dazu verlängert man die Verbindungslinie der hinteren beiden Kastensterne etwa um das Fünffache nach oben, dann trifft man auf den am Ende der Deichsel des Kleinen Wagens stehenden Polarstern. Unter ihm ist dann der Nordpunkt des Horizontes. Verlängert man die Verbindungslinie der hinteren beiden Kastensterne des Großen Wagens dagegen nach unten, so zeigt sie auf den 78 Lichtjahre entfernten hellsten Stern im Sternbild Löwe, den Regulus.

Zwei weitere Frühlingssternbilder findet man mit Hilfe der Deichsel des Großen Wagens.

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Sternenhimmel im Februar 2022 (02.02.2022)
Das ganze zweite Halbjahr 2021 hindurch war Venus Abendstern. Aber wenig beeindruckend stand sie tief am Westhorizont und war nur kurz während der Dämmerung zu sehen. Nun ist sie an der Sonne vorbeigezogen und steht nun rechts von ihr. Dadurch geht sie morgens vor der Sonne auf und ist somit ein heller Morgenstern.
Im Februar steht sie auch deutlich über der Sonne, d.h. wir können sie wirklich gut morgens im SO schon ab 5.45 Uhr sehen. Bis zum Ende der Dämmerung gegen 7.30 Uhr steht sie hell leuchtend immer höher am Himmel. Auf dem Weg zur Schule oder zur Arbeit ein wirklich prachtvoller Anblick!
Nach 6.30 Uhr taucht rechts unterhalb der Venus der Mars und ab 6.50 Uhr links unterhalb der Merkur auf. Diese beiden Planeten sind aber, da sie deutlich lichtschwächer als Venus sind, nur bis etwas 7.10 Uhr gut auszumachen. Am 10.2. hat Venus ihre größte Helligkeit erreicht. Sie ist dann nach Sonne und Mond das hellste Objekt am Himmel.

Woran liegt das?

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Sternenhimmel im Januar 2022 (03.01.2022)
Mit etwas Glück kann man Anfang Januar ein seltenes Himmelsschauspiel in der Abenddämmerung bewundern: Am 7.1. sieht man zwischen 17 Uhr und 17.30 Uhr zwischen Süden und Südwesten eine Reihe aus drei Planeten: Jupiter, Saturn und, sehr selten zu sehen, Merkur. In diese Reihe gesellt sich die schmale Sichel des zunehmenden Mondes, während die dunkle Mondscheibe durch das Erdlicht schwach erleuchtet wird. Zwischen Mond und Jupiter, auf der Höhe von Merkur, sieht man einen hellen, in Kassel ebenfalls selten sichtbaren Stern: Es ist Fomalhaut, der hellste Stern im Sternbild südliche Fische. Fomalhaut ist ein sehr junger Stern, etwa doppelt so groß und schwer wie unsere Sonne. Seine Entfernung liegt bei 25 Lichtjahren. 2004 fotografierten die Mikrowellenteleskope von ALMA in Chile eine Wärmequelle, die Fomalhaut umkreist. Das galt als eines der ersten Bilder eines Exoplaneten. 2014 war das Objekt verschwunden. Vermutlich hatten die Teleskope die Wärmestrahlung eines riesigen Schutthaufens aus Geröll und Staub registriert, der sich inzwischen aufgelöst hat. So kann man sich täuschen.

Im Januar wird der Sternenhimmel im Südosten durch die markanten Wintersternbilder geprägt. Am bekanntesten ist der Orion, der Himmelsjäger. Vier Sterne bilden den Körper des Jägers, Rigel steht am rechten Fuß und Beteigeuze ist der linke obere Schulterstern. Beides sind Riesensterne, der Radius von Beteigeuze (Entfernung 530 Lichtjahre) liegt bei 500 Millionen km, das ganze innere Planetensystem hätte in ihr Platz. Rigel ist da bescheidener, er hat gerade 10% des Durchmessers von Beteigeuze, er würde aber immerhin noch an die Bahn des Planeten Merkur reichen.

Auffällig sind die drei Gürtelsterne des Orion, deren Verbindungslinie nach links unten auf den hellsten Stern des Sternenhimmels, den Sirius im Sternbild „Großer Hund“, zeigt. Unterhalb der Gürtelsterne bilden lichtschwache Sterne und ein wolkenartiges Gebilde das Schwertgehänge des Himmelsjägers.

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Sternenhimmel Dezember (01.12.2021)
Während im Südwesten sich die beiden Gasplaneten Jupiter (der hellere) und Saturn verabschieden und der zunehmende Mond auftaucht, gehen im Osten die Wintersternbilder auf. Fast im Norden erhebt sich der Große Wagen, der Teil des Sternbildes Großer Bär ist, mit seinen drei Deichselsternen und dem Kasten aus seiner tiefsten Position am Himmel nach oben. Rechts vom Großen Wagen, weit im Osten, geht gerade das Sternbild Orion auf. Markant sind die drei Gürtelsterne (unter denen ein riesiges Sternentstehungsgebiet, der Orionnebel, liegt) und der linke obere Schulterstern Beteigeuze. Rigel, am Fuß des Orion,steht dicht am Horizont, er wird ein bis zwei Stunden später besser zu sehen sein.

Über dem Orion steht der rötlich leuchtende alte Riesenstern Aldebaran im Stier, umgebenvom Sternhaufen der Hyaden. Etwas weiter über ihm stehen die Plejaden, das Siebengestirn. Es sind die jüngsten Sterne, die man mit dem freien Auge sehen kann. darüber. Zwischen Großem Wagen und Orion stehen die beiden hellsten Sterne des Sternbildes Zwillinge, Castor und Pollux, übereinander. Zwischen Stier und den Zwillingen steht das Sternbild Fuhrmann mit dem hellsten Stern Kapella.
Stier, Zwillinge und Orion gehören zu den Wintersternbildern, die man zuerst in der kalten Jahreszeit abends am Himmel sieht. Der Große Wagen dagegen steht so dicht am Polarstern, dass er von Kassel aus immer zu sehen ist, er geht nie auf oder unter. Zurzeit können wir ihn abends kurz nach seiner tiefsten Stellung am Himmel beobachten.

Gerade wenn man jetzt die hellen Sterne Kapella, Beteigeuze oder Aldebaran recht dicht am Horizont sieht, fällt das stetige Flackern der Sterne auf. Es entsteht in unserer Lufthülle, die ständig in Bewegung ist und unterschiedlich dichte und warme Bereiche hat, die vom Sternenlicht durchlaufen werden. Das Flackern ist also eine Folge der Lichtbrechung in der Lufthülle, die auch zu Farberscheinungen führt.

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Sternenhimmel November 2021 (08.11.2021)
Gegen 19 Uhr wollen wir Anfang November Richtung Nordosten blicken. Dann sehen wir links, tief im Norden stehend, das bekannte Sternbild des Großen Wagens mit den drei Deichselsternen und den vier Sternen, die den Wagenkasten bilden. Verbindet man in Gedanken die hinteren beiden Kastensterne und verlängert diese Strecke etwa fünfmal, so trifft man auf den Polarstern. Er steht am Ende der eher unscheinbaren Deichsel des Kleinen Wagens. Auf ihn zeigt die Drehachse der Erde. Unter ihm, am Horizont, ist deshalb der Nordpunkt. Da die Drehachse unserer Erde sich im Laufe des Jahres nicht verändert, sehen wir den Polarstern immer hier an dieser Stelle des Himmels. Alle anderen Sterne kreisen somit scheinbar im Laufe der Nacht, bedingt durch die eigene Drehung der Erde, um den Polarstern.
Im Südwesten sehen wir noch die beiden Gasplaneten Jupiter (der deutlich hellere) und rechts neben ihm Saturn. Blicken wir nun Richtung Osten so sehen wir den hellen Stern Capella im Sternbild Fuhrmann aufgehen. Capella ist eigentlich ein doppeltes Doppelsternsystem in etwa 42 Lichtjahren Entfernung, dessen hellste Sterne sogenannte Riesensterne sind.

Alle Sterne gewinnen ihre enormen Energien durch den Verschmelzungsprozess von Wasserstoffatomkernen zu Heliumatomkernen. Lässt dieser Prozess nach, so dehnen sich Sterne aus, während ihr Inneres schrumpft, sie altern.

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Sternwarte online-Führungen/Vorträge (07.10.2021)
Ab sofort gibt es jeden Freitag um 20.00 Uhr eine Online Veranstaltung in der Sternwarte auf dem SFN. Man kann unter www.sfn-kassel.de/live direkt einschalten und den Stream live ansehen. Dort ist er auch noch einige Tage später abrufbar.

Jeweils um 20.00 Uhr halten Mark Woskowski und Klaus-Peter Haupt abwechselnd kurze Vorträge zu einem aktuellen Thema. Anschließend findet eine Online-Führung in der Sternwarte statt. Am kommenden Freitag bin ich dran, mit einem Kurzvortrag zu: Gibt es eine zweite Dunkle Energie?

Heiligabend und Silvester fallen auch auf einen Freitag. Da wird es ein Weihnachts- bzw. Silvester-Special geben! [mehr]

Sternenhimmel im Oktober (07.10.2021)
Blickt man Mitte Oktober gegen 21.00 Uhr nach Süden, so leuchtet noch sehr hell der Gasplanet Jupiter, der Ringplanet Saturn neben ihm ist deutlich schwächer. In der Monatsmitte zieht der zunehmende Mond an den beiden Planeten vorbei.

Im Osten sieht man die aufsteigenden Herbststernbilder. Prägend ist das Sternbild Cassiopeia, dessen fünf hellen Sterne den Buchstaben W bilden. Links unterhalb steht der Perseus, einem auf dem Kopf stehenden Y gleichend. Auffallend ist auch das große „Herbstviereck“, das den Körper des geflügelten Pferdes Pegasus bildet. Zwischen Pegasus und Perseus zieht sich die Sternenkette des Andromeda, über deren mittleren Stern man in dunklen und klaren Nächten das Zentrum der Andromedagalaxie mit bloßem Auge erkennen kann.

Weiter können wir ohne Hilfsmittel nicht sehen, diese Galaxie ist 2,6 Millionen Lichtjahre entfernt. Sie besteht wie unsere Galaxis aus vielen Hundert Milliarden Sternen, Planeten, Gas- und Staubwolken. Ansammlungen von Galaxien, sogenannte Galaxienhaufen, sind die Bausteine des Kosmos. Sie bilden ein gigantisches Netzwerk, das den Raum durchzieht.

Aber was ist Raum an sich?

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Sternenhimmel im September 2021 (05.09.2021)
Es wird Herbst, auch am Sternenhimmel. Die Herbststernbilder treten nun im Osten über den Horizont und bestimmen den Anblick des Himmels. Markant steht gegen 22.00 Uhr in der ersten Monatshälfte das „Himmels – W“, die Cassiopeia über dem Osthorizont. Die fünf hellen Sterne formen den Buchstaben „W“. Unterhalb der Cassiopeia steht ein auf dem Kopf stehendes „Y“, das Sternbild Perseus, mit Algol, dem 93 Lichtjahre entfernten Teufelsstern, der so bezeichnet wird, weil er seine Helligkeit in kurzer Zeit verändert. Für unsere Vorfahren war das „Teufelszeug“, heute kennen wir den wahren Grund: Algol wird von einem lichtschwachen Begleitstern umkreist, der von uns aus gesehen vor ihm vorbeizieht und dabei einen Teil des Lichtes nicht zu uns gelangen lässt. Diese Abschwächung tritt alle 2 Tage und knapp 21 Stunden auf und kann innerhalb von 5 Stunden deutlich mit dem bloßen Auge wahrgenommen werden. Dazu vergleiche man alle 10 Minuten die Helligkeit von Algol mit den Helligkeiten der Sterne in seiner Umgebung. Die nächsten Helligkeitsabfälle werden einmal in der Nacht vom 15. auf 16. September und in der Nacht vom 18. auf den 19. September (nach Mitternacht) stattfinden. Am 21.9. ist Algol bei Dämmerungsbeginn im Minimum und man kann sehen, wie er im Laufe der Nacht heller wird.

Übrigens, ein winziger, aber messbarer Helligkeitsabfall im Sternenlicht entsteht auch, wenn ein ferner Planet zwischen uns und seinem Stern vorbeizieht. Durch solche Messungen hat man in den letzten Jahren über 4000 Exoplaneten entdeckt. Zwischen Cassiopeia und Perseus erkennt man mit bloßem Auge zwei offene Sternhaufen, dicht beieinander liegend, als kleine Flecken am Himmel. Sie heißen „ h und chi“ im Perseus und sind 7000
und 7500 Lichtjahre von uns entfernt.

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