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Sternenhimmel im Juli (04.07.2018)
Am Freitag, 27. Juli stehen zwei Himmelskörper genau der Sonne gegenüber (Oppositionsstellung):
Der Vollmond geht gegen 21.30 Uhr im Südosten beim Sonnenuntergang auf, gefolgt um 22.20 Uhr vom roten Wüstenplanet Mars.
Aber es ist kein normaler Vollmond, denn der Mond steht dieses Mal so präzise der Sonne gegenüber, dass er in den Schatten der Erde eingetaucht ist: Wir haben eine der recht seltenen totalen Mondfinsternisse.
Da der Mond beim Aufgang schon vollständig im Schatten der Erde verschwunden ist, sehen wir nur eine rötlich leuchtende Scheibe über den Horizont steigen.
Das rote Licht, das den Mond noch erreicht, ist Sonnenlicht, das durch die Lufthülle der Erde in den Schatten gelangt. Da das blaue Licht von unserer Luft aus den Sonnenstrahlen herausgestreut wird (deswegen haben wir blauen Himmel), kommt nur das rote Licht zum Mond durch. Aus dem gleichen Grund ist auch die am Horizont stehende Sonne beim Auf- oder Untergang oft rot verfärbt.
Zwischen 21.30 Uhr und 23. 13 Uhr steht der Mond im Kernschatten der Erde, mit fast zwei Stunden ist das die längste Verfinsterung dieses Jahrhunderts. Wenn der Mond aus dem Kernschatten austritt, sehen wir eine helle stetig wachsende Sichel, bis er nach Mitternacht dann wieder vollständig beleuchtet ist.
Ein wirklich einmaliger Zufall ist es, dass diese Mondfinsternis von der Oppositionsstellung des Planeten Mars begleitet wird.
Mars steht uns dieses Jahr besonders nahe: Die Erde ist jetzt Anfang Juli an ihrem sonnenfernsten Bahnpunkt und Mars an seinem sonnennächsten angekommen. So trennen die beiden Planeten nur 58 Millionen Kilometer, deutlich weniger als sonst. Deswegen erscheint uns der Mars besonders hell.

Weiterlesen in der PDF-Datei im Anhang [mehr]

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ISS vor der Sonne (28.06.2018)
Endlich hat es geklappt...trotz ständig durchziehender Wolken konnte die Internationale Raumstation (ISS, International Space Station) beobachtet werden, während sie an der Sonne vorbeiflog.

In der entscheidenden Sekunde war der Blick frei und der Transit der ISS war sichtbar. Es konnten aus einem Video 14 Einzelbilder herausgezogen werden, die zeigen, wie die ISS mit Alexander Gerst an Bord (den man allerdings nicht erkennen kann)in weniger als einer Sekunde vor der Sonne entlang rast.

Der Film wurde mit 1200 mm Teleo bei einer Einzelbelichtungszeit von 1/2500 Sekunde, Blende 8,0 und ISO 80 durch eine für fotografische Zwecke geeignete, per Hand vor das Objektiv gehaltenen, Filterfolie aufgenommen und dann in Einzelbilder zerlegt.

Man erkennt deutlich den zentralen Teil der ISS und die Solarpanele.

Darüberhinaus wird auch die Randverdunklung der Sonne sichtbar: Am Sonnenrand sehen wir in kältere höhere Bereiche der Photosphäre.

Aufnahmezeit: 28.6., 11.46 Uhr, Dachterrasse der Sternwarte auf dem SFN [mehr]

Programm des Mint Schülerkongresses (05.06.2018)
siehe angefügte PDF-Datei. [mehr]

Sternhimmel im Juni (05.06.2018)
Jetzt im Juni sind die Nächte sehr kurz. Am 21.Juni steht die Sonne am weitesten über der Nordhalbkugel der Erde. Dann haben wir den längsten Tag des Jahres, in Kassel sind das 16 Stunden und 23 Minuten.
Nach dem 21.6. wird man morgens bzw. abends sehen, wie die Sonne ihren Auf- und Untergangspunkt wieder zurück vom Nordosten bzw. Nordwesten Richtung Süden verlagert. Die Tage werden wieder kürzer und die Sonne erreicht nicht mehr diese große Höhe am Mittag.
Da die Sonne am Himmel am 21.6. ihre eigene Bewegung umorientiert, spricht man auch von der Sonnenwende.
Ursache dafür ist die Schrägstellung der Drehachse unserer Erde. Am 21.6. ist der Nordpol der Erde zur Sonne geneigt. Dadurch fallen ihre wärmenden Strahlen unter einem steilen Winkel auf die Nordhalbkugel, die sich dadurch besonders stark erwärmen kann.
Interessanterweise ist die Erde im Juni am weitesten von der Sonne entfernt, der Abstand zur Sonne ist aber nicht für die Entstehung der Jahreszeiten verantwortlich nur die Schrägstellung der Drehachse.
Trotz der kurzen Nächte bietet der Nachthimmel viel:
Abends wird der sehr helle Planet Venus im Nordwesten als Abendstern noch bis fast Mitternacht zu sehen sein. Genau im Westen finden wir den hellen Regulus, Hauptstern im Löwen.
Zur Zeit der Sonnenwende steht der zunehmende Mond im Sternbild Jungfrau im Südwesten, in seiner Nähe steht Spica, der hellste Stern der Jungfrau.
Weiter Richtung Süden steht der helle Gasriese Jupiter und links unterhalb von ihm erkennt man den Riesenstern Antares im Sternbild Skorpion.

Weiterlesen in der angefügten PDF-Datei. [mehr]

Sternenhimmel im Mai (03.05.2018)
Unübersehbar steht Jupiter zurzeit als helles Objekt am Südosthimmel. Am 9.Mai steht er der Sonne genau gegenüber, d.h. er geht bei Sonnenuntergang auf und ist die ganze Nacht im Sternbild Waage zu beobachten bevor er in der Morgendämmerung im Westen untergeht.
Im Mai läuft er auf den hellen Waage-Stern Zubenelgenubi zu, an dem er Anfang des Jahres am morgendlichen Sternenhimmel in entgegengesetzte Richtung vorbeigezogen ist.
(Fast immer bewegen sich Planeten am Himmel nach links (sie sind rechtläufig) aber während der Oppositionsstellung, wenn sie von der Erde überholt werden, laufen sie nach rechts, zurück, sie sind rückläufig.
Genau das kann man zurzeit bei Jupiter beobachten: Seit März läuft er wieder auf Zubenelgenubi zu.)
Zumindest in der ersten Stunde der Dunkelheit wird man gegenüber am Nordwesthorizont die noch heller leuchtende Venus erkennen. Sie erscheint uns so hell, weil sie uns und der Sonne sehr nahe steht und von einer dichten Wolkenhülle aus Kohlendioxid umzogen ist, die das Sonnenlicht fast vollständig reflektiert.
Der Riesenplanet Jupiter besteht dagegen fast vollständig aus Gasen (etwa 90% Wasserstoff und knapp 10 % Helium), die mit zunehmender Tiefe flüssig und wegen des großen inneren Druckes in der Nähe des aus Eis und Gestein bestehenden Kernes sogar fest werden. Die Zusammensetzung Jupiters gleicht der des Sonnennebels, aus dem sich alle Planeten vor 4,5 Milliarden Jahren gebildet haben.
Im Zentrum hat er sich noch nicht richtig abgekühlt, vermutlich beträgt die Temperatur dort einige 10000 Grad. Und noch schrumpft Jupiter durch die eigene Schwerkraft um jährlich etwa 3 cm. Die dabei freigesetzte Wärme strahlt er ab und senkt seine Temperatur langsam weiter.

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Sternenhimmel im April 2018 (09.04.2018)
Blickt man abends an den westlichen Sternenhimmel, so sieht man das bekannte Wintersternbild Orion beim Untergang. Neben ihm steht der rötlich leuchtende alte Riesenstern Aldebaran im Stier. Weiter rechts sieht man eine kleine Gruppe von jungen Sternen, das Siebengestirn oder die Plejaden. Diese Sterne sind erst vor etwa einer Millionen Jahren aus eine Gas- und Staubwolke entstanden.

(Weiterlesen in der angefügten PDF-Datei) [mehr]

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Teile der chinesischen Raumstation Tiangong 1 verglühen über Kassel (01.04.2018)
Im Jahr 2011 startete China ein Orbitalmodul, das über 10 Meter lang und einen Durchmesser von über 3 Meter aufweist. In den Jahren 2012 und 2013 wurde es drei Mal von bemannten Raumschiffen besucht , inklusive der ersten Chinesin, die ins All reiste. 2016 wurde das Modul offiziell aufgegeben und wenig später geriet es ausser Kontrolle - somit war ein geplanter, gesteuerter Wiedereintritt nicht mehr möglich.

Auftreffen auf Rammelsberg-Plateau am 1. April gegen 18 Uhr erwartet!

Gemäss verschiedenen Berechnungen soll der 8500 kg messende Weltraumschrott an Ostern in die Erdatmosphäre eindringen und teilweise verglühen. Ziemlich sicher wird ein Teil davon innerhalb eines Bandes um den Äquator von 43°Nord und 43° Süd auf die Erde stürzen. Fantastisch dürfte die Beobachtung sein, wenn der Satellit während möglicherweise bis zu 20Minuten eine Leuchtspur - beziehungsweise wegen dem Auseinanderbrechen mehrere Leuchtspuren - hinterlassen wird.

Es ist praktisch auch wenige Stunden vor dem Wiedereintritt nicht möglich,den Absturzort vorauszusagen, da sich der Satellit innerhalb der Fehlerschranken noch Tausende von Kilometer bewegen kann. Der wahrscheinlichste Zeitpunkt pendelte sich in den letzten Tagen zwischen Ostersonntagvormittag und Ostermontagnachmittag ein.

Nun hat sich aber durch die Vibrationen in der Hochatmosphäre ein Abfallbehälter-Modul von der Station gelöst und kreist seit Samstag 22 Uhr auf einer stärker nach Norden reichenden Bahn.

Den Vorausberechnungen nach wird dieser Teil am So, 1.4. gegen 18.00 Uhr über Kassel verglühen.

Teile des Edelstahl-Behälters könnten dabei auch die Erdoberfläche erreichen. Erwartet wird ein möglicher Einschlag um 18.03 Uhr nahe des Rammelsberg-Plateaus (gegenüber vom Kleintier-Zoo) in Kassel-Harleshausen.

Wer das live erleben möchte: Bitte Kopfschutz (Fahrradhelm, Bauhelm etc.) mitbringen!!!

Die chinesische Raumfahrtbehörde dementiert bis zum Schluss, dass es sich um einen gefüllten Fäkalienbehälter handelt.

Sicherheitshalber wird empfohlen ein Desinfektionsmittel, wie Sagrotan-Spray, mitzubringen! [mehr]

Video: Iridium Flare (30.03.2018)
Unser Mitglied Jonas Plum hat folgendes Video von einem Iridium-Flare gemacht:
astronomie-kassel.de/videos/20180329_Iridium%2021%20Flare.mp4
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Video: Aldebaran-Bedeckung (12.03.2018)
Die Bedeckung des Sterns Aldebaran durch den Mond fand am 23. Februar 2018 statt. Es ist die letzte von Mitteleuropa aus sichtbare Bedeckung für die nächsten Jahre. Ein- als auch Austritt des Sterns sind wurden frühen Abend beobachtet.

Das folgende Video können sie sich anschauen:
astronomie-kassel.de/videos/20180312_aldebaran_bedeckung.mp4 [mehr]

Sternhimmel im März (05.03.2018)
Im März prägen noch die Wintersternbilder den Abendhimmel. Die sechs hellsten Sterne bilden das sogenannte Winter-Sechseck, das noch Mitte März gegen 20.00 Uhr gut im Südwesten zu sehen ist. Rigel (Sternbild Orion), Aldebaran (das Auge des Stieres), Capella im Fuhrmann, Pollux (einer der beiden Zwillinge), Procyon im kleinen und Sirius im großen Hund markieren die Ecken.

Rigel steht am rechten Fuß des Orions und Beteigeuze ist der linke obere Schulterstern des Himmelsjägers. Beides sind Riesensterne, der Radius von Beteigeuze (Entfernung 530 Lichtjahre) liegt bei 500 Millionen km, das ganze innere Planetensystem hätte in ihr Platz. Rigel ist da bescheidener, er hat gerade 10% des Durchmessers von Beteigeuze, er würde aber immerhin noch an die Bahn des Planeten Merkur reichen. Ganz markant sind die drei Gürtelsterne des Orion, unterhalb von ihnen sieht man zumindest im Fernglas den berühmten Orionnebel als kleines Wölkchen. Diese gigantische Gas- und Staubwolke, eine Geburtsstätte von Sternen und Planeten, wird von jungen Sternen (den sog. Trapezsternen im Zentrum der Wolke) angestrahlt und zum Leuchten gebracht. Sie ist 1350 Lichtjahre entfernt und erstreckt sich über 30 Lichtjahre und ist nur ein kleiner Teil einer gigantischen Molekülwolke, die sich über das gesamte Orion-Sternbild ausdehnt.

In der angefügten PDF-Datei weiterlesen. [mehr]
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